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Der Dombau von Halberstadt

Museen in Halberstadt am Harz

Der Dombau zu Halberstadt

Halberstadt ist schon so alt, dass niemand mehr begründen kann, von wem, wo und warum die ersten Häuser erbaut wurden. Alles was dazu mal an das Heidentum erinnerte, bezeichneten die christlichen Priester als Teufelsspuk. Und tatsächlich mischte sich der Teufel in alles ein was ihn nichts angehen. Ganz besonders erbost war eher, wenn eine neue Kirche gebaut werden sollte.

Als nun die Halberstädter einen Kirchenbaumeister baten, einen Dom in ihrer Stadt zu errichten und dieser sich alsbald an die Arbeit machte, taten sich Kobolde und die schwarzen Elfen zusammen. Sie riefen den Teufel herbei, zeigten ihm den beurkundenden Kirchenbau und fragten um Rat. Der Teufel wusste natürlich, was zu tun war: des Nachts zertrümmerte er eins ums andere Mal, was am Tage der Kirchenbaumeister und seine Männer geschaffen hatten. Obwohl die Bauleute sogar in der Nacht Wache hielten, stürzten die Steine des Satans auf ihrer Hände Tagwerk. Da beschloss der Baumeister, durch eine List die bösen Geister zu bannen. Er lockte den Teufel heran und versprach ihm, neben dem Dom eine Schenke zu bauen, wenn dieser ihm den Bau in Ruhe vollenden ließe. Der Teufel willigte ein, und nun ging der Bau tatsächlich zügig voran. Stein um Stein fügte sich, Säule um Säule wurde errichtet, und der Teufel und die schwarzen Elfen beobachteten das tun aus der Höhe. Als der Dom fast vollendet war und der Meister von einer kleinen Anhöhe aus seinem Werk betrachtete, da gesellte sich der Teufel zu ihm und erinnerte ihn an das Versprechen. Die beiden wechselten Wort um Wort, es ging hin und her. Währenddessen aber setzten des Meisters Leute das Kreuz auf die Kirche. Wütend nahm der Teufel einen Felsblock, um damit den Dom und das Kreuz zu zertrümmern, doch ohne einen Schaden anzurichten, fiel der Stein vor dem Kirchenbau zu Boden." Du hast dein Wort nicht gehalten, nun brauche ich auch keine schenke zu bauen", sagte der Baumeister zum Teufel.

Das Kreuz hatte das böse ferngehalten. Der Stein des Teufels aber hat noch viele Jahrhunderte vor dem Dom gelegen und an den Sieg des Baumeisters erinnert.

 

Gotische Meisterleistung

Auf welchem Dombau es der Teufel abgesehen hatte, das wird in der Sage nicht überliefert. Denn der heutige, gotische Dom hatte bereits zwei Vorgänger, der Halberstadt im Jahr 1804 zum Bischofssitz erhoben worden war. Ein karolingischer und ein ottonischer Dom dienen dem gotischen Meisterwerk voraus. Um 1236 waren schließlich mit einem weiteren Neubau begonnen worden, 1486, also ganze 250  Jahre später, wurde die 106 m lange Kathedrale aus Muschel Kalksteinen und Sandstein dann endlich fertig gestellt. In Architektur und Ausstattung bilden die Dome eine nahezu einzigartiges Ensemble, das Geschichte und Glauben des Mittelalters erlebbar werden lässt. Als Halberstadt kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges bei einem Bombenangriff fast völlig zerstört wurde, trafen 12 Bomben auch dem Dom, doch bereits in den 1950 er Jahren wurden die Schäden beseitigt, so dass er heute wieder in seiner beeindruckenden Schönheit zu besichtigen ist.

Kirchenbesteigungen und Kinder- das passt meist nicht recht zusammen. In Halberstadt könnte das anders sein. Nicht nur, weil sich selbst junge Leute der Faszination dieses Kirchenbau kaum entziehen können. Vor allem aber ermöglicht die praktische Lage des Doms im Museums der Stadt einen guten Konsens zwischen Eltern und Nachwuchs: erster Dom und dann das Heineanum.

Zuerst besuchen wir also den Dom. Nur im Rahmen einer Führung haben die Besucher Gelegenheit, auch den Domschatz zu besichtigen, der als größte Sammlung mittelalterlicher Kunstwerke gilt, die in Deutschland in einer Kirche erhalten geblieben ist. Dazu zählen unter anderem Altarbilder, Skulpturen, Mobiliar, Reliquien, Handschriften und Textilien, darunter auch 90 liturgische Gewänder und drei romanische Bildwirkereien. Wer für eine Führung keine Zeit hat, der sollte Architektur und Ausstattung der gotischen Kathedrale dennoch in Ruhe auf sich wirken lassen.

Verlässt man den Dom und wendet sich nach rechts, gelangt man zu den Museen von Halberstadt. Nach wenigen Schritten ist das Heineanum zu sehen, dass neben ihr auch eine viel beachtete museumspädagogische Arbeit leistet. Gleich nebenan befindet sich das städtische Museum, und ein paar Häuser weiter wird an das Leben und Wirken des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim erinnert.

Das Gleimhaus ist einem kleinen Ort in der Harzer Museumslandschaft. Die Bedeutung Gleims, der 50 Jahre lang als Domsekretär in Halberstadt arbeitete, basiert weniger auf seinem dichterischen Schaffen als vielmehr auf seinem Wirken als literarischer Mäzen und Ratgeber im 18. Jahrhundert. Sehenswert ist vor allem seine Bildnissammlung" Freundschaftstempel", die größte erhaltene Portraitgalerie von Dichtern und Gelehrten zu Lebzeiten Gleims. Außerdem gibt es im Gleimhaus einen extra Raum, wo Kinder das Leben im 18. Jahrhundert hautnah erfahren können

Anfahrt vom Hotel Harzidyll Braunlage: mit dem Kfz Braunlage Richtung Elend B. 26, Elend Richtung Elbingerode, Elbingerode Richtung Hainburg, auf der B. 81 Richtung Halberstadt der Beschilderung folgend Richtung Zentrum, dann Domplatz/Museen folgen, Parkplatz am Domplatz (gebührenpflichtig).

Tags: halberstadt, dom, teufel, harz urlaub,

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