Götze Krodo in Bad Harzburg
Götze Krodo in Bad Harzburg
Vor langer Zeit, als im Harz noch Heiden wohnten und noch lange bevor auf dem Burgberg die sagenhafte Harzburg stand, kannten die Menschen im Harzvorland einen Gott Namens Krodo, die auf dem Berg seinen Altar errichtet hatte.
Ganz und gar golden war die Stätte seiner Anbetung, und das Götzen Bild zeigte einen bärtigen Mann, der auf einem Fisch stand. Wenn die Menschen einen Wunsch hatten, stiegen sie dem Burgberg hinauf, brachten Krodo ihrer Opfergaben, verrichteten vor dem Altar ihre Rituale und hofften, dass er ihre Wünsche erfüllen möge. Wenn es langer Zeit keinen Regeln gegeben hatte oder wenn am Himmel ein Unwetter drohte, glaubten die Menschen in den Dörfern am Fuße des Bugbergs, das Krodo ihnen böse sei. Deshalb legten sie ihn manchmal auch ganz besonderer Opfergaben in den Altar, der Blut von Kindern, so meinten die Leute, würde Krodo besänftigen und die Fruchtbarkeit ihrer Ländereien wiederherstellen.
Als Kaiser Karl der Große bei seinen Feldzügen an den Harz kam, hörte er von kurzem Krodo und ließ den Altar sofort zerstören. Dieses Bildnis sei des Teufels, schimpfte Karl der Große und befahl, an gleicher Stelle eine christliche Kapelle errichten zu lassen. Der goldene Opferblockquote zu einem Altar umgearbeitet, der noch heute in Goslar zu sehen ist. Nun wurde die kleine Kapelle zu einem Wallfahrtort für die Menschen. Sie flehten dort um die Heilung ihrer Gebrechen, und tatsächlich wohl genug im Berg wundersame Kräfte nachgesagt. Viele Menschen fühlten sich sogar ein bisschen Erde vom Bad Harzburger Burgberg in Amulette, die sie immer bei sich trugen. Doch auch die Kapelle wurde zerstört, während Heinrich IV im Jahr 1065 die Harzburg auf dem Burgberg errichten ließ. Als die Kapelle und alles, was sich darin befand, abbrannte, gab es einen weithin sichtbaren Feuerschein und ein gewaltiges Rumoren im Berg. Dem Götzen Krodo aber haben die Harzburger bis heute nicht vergessen. Ein Tal, eine Straße, eine Quelle und sogar ein Freibad brodeln nach ihm benannt.
Gab es wirklich einen Krodo?
Der Krodo Mythos beschäftigt die Heimatshistoriker schon seit Jahrhunderten. Einen von ihnen, dem Herzoglich braunschweigischen Forstschreiber Leonard, sollen die Überlegungen zur Götzengestalt auf dem Burgberg sogar das Leben gekostet haben. Er starb im Januar 1831 durch einen Kopfschuss. Es war ein Unfall, hieß es. Oder doch Selbstmord, weil der Regierungsrat Delius aus Wernigerode Leonhard Arbeit zum Götzen Krodo vernichtend attackiert hatte? Delius nämlich forschte nach der Maxime: was sich nicht beweisen lässt, existiert auch nicht. Und ein Beweis für die Existenz einer vorchristlichen Götzengestalt auf dem Burgberg hat sich trotz intensiver Forschung bis heute nicht erbringen lassen. Schriftlich erwähnt wurde Krodo in Niedersachsen Chronik von Conrad Bote aus dem Jahr 1492. Historiker gehen mittlerweile aber davon aus, dass Bote in seiner Sachsen Chronik nicht nur Krodo, sondern auch andere Gottheiten schlichtweg erfunden hat.
Ausflug Tipp: in Bad Harzburg zum Burgberg schrieben, durch kalte Tal wandern
Auf den großen Burgberg über Bad Harzburg gelangt man ganz bequem mit der Kabinenseilbahn oder aber (bei guter Kondition) über einen schönen Fußweg durch den Wald. Der 3 km langen Anstieg beginnt am linken Ende der Fußgängerbrücke über die B4 (neben der Seilbahntalstation). Auf dem Burgbergplateau angekommen, hat man einen schönen Blick auf die Kurstadt Bad Harzburg und das nördliche Harzvorland. Ein ausgeschildeter rundweg führt anschließend durch die zum Teil rekonstruierten Ruinen der ehemaligen Harzburg und vermittelt einen Eindruck vom Ausmaß der Anlage. Leider ist die sehenswerte Harzsagen Halle an der Gipfelplattform schon seit Jahren geschlossen.
Vom Burgberg geht man nun schon wieder hinab, an der Seilbahn vorbei, zum Wegekreuz Antoniusplatz. Schräg links zweigt von dort wieder zwei ein halb Kilometer lange Besinnungsweg rund um den Sachsenberg ab. Die Tour aber vor dem Kaiserweg (blauer Punkt) Richtung Molkenhaus. Nach 500 m gelangt der Wanderer an die Säperstelle, wo sich erneut mehrere Wege Kreuzung. Hier geht es rechts Richtung Molkenhaus und einer Gabel und nach etwa 150 m wieder rechts. Entlang des abwechslungsreichen Weges laden viele Bänke zum verweilen ein. An manchen Stellen geht es am Berg an, überwiegend aber ist die Strecke eben. An der nächsten Gabel führt der Weg gerade noch 100 m auf einer Forststraße, auf die es rechts weiter zum Molkenhaus geht. Die traditionsreiche Waldgaststätte liegt auf einer sonnigen Richtung, wo es sich im Sommer gemütlich draußen rasten und im Winter gut aufwärmen lässt. Etwa 200 m vor dem Gasthaus ist linkerhand ein großer Abenteuerspielplatz für Kinder angelegt. Wer will kann vom Molkenhaus auch mit dem Bus zurück ins Tal fahren.
Mit der erdgasbetriebenen Grünen Harzer (Linie 875) bis Berliner Platz und von dort 200 m zurück zur Seilbahnstation. Zu Fuß geht es durch kalte Tal direkt Kinder zum Parkplatz. Man kann zwar auf der Vossstraße gehen, schöner jedoch ist der Fußweg durch den Wald (zweiter Abzweig Längsrichtung Märchenwald/Bergbahn). Die sechs ein halb Kilometer lange Tour (ohne Burgberganstieg) lässt sich gemütlich in 2 h bewältigen, so dass genügend Zeit für weitere Aktivitäten im Tal bleibt, etwa für den Besuch im Märchenwald am Ende des Weges oder in benachbarten Bad Harzburger Hoch Seilpark, einem Erlebnisparcours für schwindelfreie Harz Abenteurer.




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