Goslar und seine Entstehung

- Kaiserpfalz Goslar
Ritter Ramm
Die Legende von Goslars als Entstehung
Kaiser Otto I. weilte auf der Harzburg, als ihm nach einem Stück Waldbraten gelüstet. Er entsandte seinen besten Ritter namens Ramm, um für ihn auf die Jagd zu gehen. Der Ritter machte sich umgehend auf den Weg und gelangte bei der Verfolgung einer frischen Hirschspur immer tiefer in den Wald. Als der Berg, zu dem die Spur hinaufführte, immer steiler wurde, stieg der Ritter vom Ross nachdem er sein Pferd an einen Baum gebunden hatte, ging er zu Fuß weiter. Während der Ritter auf der Pirsch war, begann das Ross, ungeduldig mit den Vorder Hufen auf dem Boden zu scharren. Und so staunte Ramm nicht schlecht, als er mit dem erlegten Hirsch erschöpft von seiner Jagd zurückkehrte: sein Pferd hatte in der Zwischenzeit einen schönen Erzgang freigelegt. Entzückt nahm der Ritter einige Brocken des blinkenden Erzens mit, um sie dem Kaiser auf die Harzburg zu bringen. Dieser war beim Anblick des im Boden verborgenen Reichtums hocherfreut. Sofort ließ Otto erfahrener Bergleute aus dem Frankenland in den Harz beordern. Diese wurden mit den ersten Grabungen beauftragt, mussten Schächte anlegen um mit der Förderung des Erzvorkommens beginnen. Zu Ehren des Ritter Ramm ließ der Kaiser den Silberberg nach ihm Rammelsberg benennen.
Der Silberanteil im Erz erwies sich als so hoch, dass daraus viele Silbermünzen geprägt werden konnten, die nach den Kaiser Ehepaar auch als Otto-Adelheid-Thaler bezeichnet wurden. Immer mehr Menschen kamen in der Folgezeit an den Harzrand, um sich in Rammelsberg anzusiedeln. Da das Silbererz Wohlstand in die Region brachte, entstand am Fuße des Berges schon bald eine richtige Stadt. Und weil die Menschen den Ritterdamm führt seinen Fund so dankbar waren, benannten sie die Stadt nach dessen Frau Gosa. Durch dieses Städtchen, durch Goslar, floss und fließt bis heute ein kleiner Bach, dessen Name ebenfalls an die Gemahlin des Ritters erinnern soll: er heißt Gose.
Goslar Schatzkammer der Rammelsberg
Vor über einem Jahrtausend, im Jahr 968, wurde am Rammelsberg mit dem Erzabbau begonnen. Mit kurzer Unterbrechung Boden hier über 1020 Jahre lang Bergbau betrieben. Als das Bergwerk 1988 stillgelegt wurde, in eines der eindrucksvollsten historischen Montan Reviere in Ruhestand. Seit 1992 stehen des Erzbergwerks Rammelsberg und die größere Altstadt auf der Liste des UNESCO-Weltkultur-Erbes, wohl auch, weil die mittelalterlichen Blüte der Stadt Goslar mit dem Bergbau in engem Zusammenhang steht. Mit großem Aufwand wurde denn auch der Rammelsberg in den letzten Jahren zu einem Erlebnisort besonderer Art umfunktioniert. Museum und Besucherbergwerks geben vielfältige Einblicke in die Geschichte des Bergbaus, so dass die architektonisch beeindruckende Anlage am Rande der Stadt eine gelungene Verbindung von Denkmal und realem Arbeitsort mit tausendjähriger Geschichte geworden ist.
Ausflug Tipp: Spaziergang durch das malerische Goslar
Für einen Bummel durch das mittelalterliche Goslar ist die Kaiserpfalz als Ausgangspunkt zu empfehlen: Hier schlägt das historische Herz der Stadt. In der Pfalz, die Kaiser Heinrich III. Ab 1040 errichten ließ, wurde über 200 Jahre lang Geschichte geschrieben, übrigens ruht das Herz des Kaisers in der Pfalz Kapelle unter einer Grabplatte. Über die Geschäftsstraße Hoher Weg geht es in Richtung Altstadt, nach 200 m lohnt ein Blick links hinein in den Hof des großen Heiligen Kreuzes, schräg gegenüber führt der Spazierweg am Klapperhagen entlang weiter Zulumühle mit ihrem alten Wasserrad. Entlang des Gewässers, der Abzucht, geht ein Fußweg weiter bis zur Worth Straße mit der Worthmühle auf der linken und dem Goslar Museum auf der rechten Seite. Hübsch ist auch der Weg, der an der Abzucht entlang weiterführt, ihr aber gegen links in Richtung Marktplatz. Der Markt mit seinen Brunnen, dem Rathaus, den vielen Cafés und Restaurants und schließlich dem Glockenspiel gegenüber dem Rathaus ist das lebendige Zentrum der Stadt. Es ist ein Platz zum verweilen, häufig werden auch Märkte vor dieser Kulisse veranstaltet.
Weiter geht es am Rathaus vorbei und fuhr der Markt Kirche mit ihren beiden unterschiedlichen Türmen entlang zum kleinen Schuhhof. Links des beschaulichen Platzes führt eine schmale Gasse, die Münzstraße, zum Zinnfigurenmuseum. Hier wird das Weltkulturerbe Goslar in Zinnfiguren Dioramen dargestellt, außerdem gibt es eine Sonderausstellung verschiedenster Miniaturwelten aus Zinn. 200 m weiter finden wie das Mönchehausmuseum. Dass mancher Haus gehört zu den international renommiertesten Museum für Moderne Kunst. Werke von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Max Ernst und anderen sind in der ständigen Ausstellung zu sehen.
Die Fachwerkwelt der Jacobistraße schließt nach Überquerung der Bäringerstrasse direkt an die Beekstrasse an. Hier findet man die stillen Winkel der Altstadt. Wer auf dieser Tour auch hinter die Fassaden und in die Museen schauen möchte, sollte ruhig einen ganzen Tag für Goslar einplanen. Ohne Besichtigung dauert der Spaziergang rund 1 h.
Anfahrt mit dem Auto: von Braunlage auf B 4 nach Bad Harzburg, dann die B6 nach Goslar Abfahrt Goslar Zentrum, zunächst aus Schilderungszentrum folgen, an der großen Innenstadtkreuzung in Richtung Hahnenklee/Bergbaumuseum, an der nächsten Ampelkreuzungsrechts zum ausgeschütteten Parkplatz Kaiserpfalz Nord (gebührenpflichtig). Informationen bei der Tourist Information Telefon 05321/ 78060
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