
Der Bergmönch von Clausthal
In den Harzbergwerken um Clausthal ließ sich einst immer wieder einen gleich sehen, den man den Bergmönch nannte. Er war von riesiger Gestalt, gekleidet wie ein Mönch und trug stets ein großes Grubenlicht bei sich, das niemals erlosch. Wenn die Bergleute des Morgens in den Schacht einfuhren, stand er mit seinem Licht über dem Fahrloch und ließ sie unter sich hindurch fahren. Aber auch in den Schächten begegneten die Bergmänner dem Bergmönch oft. Zwei Bergleute, die gemeinsamen Clausthal arbeiteten, stellten nun eines Tages im Schacht fest, dass ihre Lampen Öl wohl kaum mehr für die gemeinsame Schicht reichen würde. Sie erschrak heftig und wussten nicht recht, was sie tun sollten. Brauchen wir das Öl auf, so müssen wir im Dunkeln zu Tage fahren. Das ist gefährlich, sagte der eine. Fahren wir aber jetzt gleich hinauf, um neues Öl zu holen straft uns der Steiger, gab der andere zu bedenken.
Wie die Bergmänner also nun besorgt hin und her überlegten, sahen sie von ferne eine Gestalt mit einem Licht machen. Nach der ersten Freude wurde ihnen alsbald mulmig. Der Fremde war von riesiger Gestalt, trug eine Kappe auf dem Kopf, einen Grubenlicht in der Hand und kam durch den Schacht auf die beiden zu. Die waren vor Schreck erstarrt, aber der Bergmönch sagte: fürchtet euch nicht, ich will nur Gutes tun. Dann goss Öl in seiner Lampe in die der Berg Männer, griff deren Werkzeug und arbeitete 1 h lang im Schacht. In dieser Zeit schaffte der Bergmönch soviel, wie die beiden in einer ganzen Woche nicht zu Wege gebracht hätten. Schließlich legte er alles beiseite und der Abschiede der sich mit den Worten: sag keinem Menschen je, dass ihr mich gesehen hat. Dann schlug er mit der Faust gegen die Wand, die sich daraufhin öffnete und in der er flugs verschwand. Das Öl in der Lampe aber blieb den beiden Bergleuten, und sie brauchten es nie mehr aufzufüllen.
Erst als Jahre später im Wirtshaus von ihrer Begegnung mit dem Bergmönch erzielten, war am nächsten Tag plötzlich kein Öl mehr in ihrer Lampe. Von da an mussten sie diese wieder nachfüllen sowie zuvor.
Teufel oder Heiliger?
Der Bergmönch geistert durch viele Oberharzer sagen und steht immer im Zusammenhang mit der Arbeit in den groben und dem Leben der Bergarbeiter. Der Riese in der Mönchskutte konnte gut und böse sein, er konnte ebenso retten wir bestrafen, Unheil verhindern und Unheil bringen. Wenn der Bergmönch Gutes tat, so durfte der Betroffene die Begegnung mit ihm niemals verraten. Andernfalls wurde er bestraft, schlimmstenfalls mit dem Tod. Die harte Arbeit unter Tage, die viele Gefahren in sich barg, beflügelte wohl die Angst und damit auch die Fantasie und den Aberglauben der Bergarbeiter. Zunächst wurde der Bergmönch als eine Art Schutzpatron betrachtet, der Unheil erkennen und davor warnen konnte. Später nahm sein Wesen dämonischere Züge an, und er quälte die Arbeiter vor allem während ihrer Nachtschichten. Statt vom Bergmönch Code dann auch oft von der Teufel gesprochen.
Ausflug Erlebnis Reise unter Tage im Oberharzer Bergmuseum
Es gibt mit ziemlicher Sicherheit imposantere Bergbaumuseen im Harz als jenes in Clausthal Zellerfeld, zum Beispiel den Rammelsberg in Goslar. Dennoch wird gerade hier besonders deutlich, wie der Bergbau den Harz über Jahrhunderte hinweg mit all seinen kleinen Schächten, groben und Hütten geprägt hat. Das bereits 1892 gegründete Museum verfügt heute über die umfangreichste und wertvollste Sammlung zur Technik und Kulturgeschichte der Region. Das Freigelände mit dem Schaubergwerk oder bereits 1930 eingerichtet und gilt damit als das älteste Freilichtmuseum Deutschlands.
Ein Besuch unter Tage ist in jedem Fall lohnenswert, das Museum bietet laufend Führungen an. Ein geführter Rundgang durch die ober-und unterirdischen Anlagen ist spannend und lehrreich zugleich (und dauert etwa 1 h). So lernt der Besucher zum Beispiel, dass zwei wesentliche Erfindungen im Bergbau aus Clausthal stammen. Zum einen die so genannte Fahrkunst, ein artbewegliches Doppelleiter System, mit der die Bergmänner ab 1833 in die immer tiefer gelegenen Stollen gelangen konnten, und zum anderen das gute alte Drahtseil. Es wurde 1834 erfunden und löste im Schacht die bis dahin verwendeten Eisenketten ab, die, je tiefer sie herab reichen mussten, zu schwer wurden für die Förder Arbeit. Die schmalen, dunklen Schächte und die aller Muskelkraft erfordernden Gerätschaften, aber auch die kleiner Bergmannskapelle erzielen ihre eigenen Geschichten vom schweren Arbeitsalltag, von den Ängsten und den Lebensgewohnheiten der Altvorderen. Die Museumsmitarbeiter sind mit der Oberharzer Bergbaues sowie bestens vertraut, sie können viel mehr erzielen als sich während der Führung in 1 h sagen ließe Nachfragen lohnt sich immer.
Anfahrt mit dem Auto von Goslar über die 241 nach Clausthal Zellerfeld, schöner ist die Strecke vom Goslaer Stadtteil Oker durch das Okertal und vorbei an der Okertalsperre Richtung Osterode. Das Bergwerksmuseum findet man hinter dem Orts eingangs Zellerfeld nach etwa 300 m rechts (Beschilderung).
Informationen: Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal Zellerfeld, Bonhardtstraße 16,38 678 Clausthal Zellerfeld, Telefon 05323/98950 täglich von 10 bis 10:00 Uhr
Extras: die zwei Hauptkirchen der beiden Stadtteile (und früher Eigenständigenstädter) Clausthal und Zellerfeld verdienen besondere Aufmerksamkeit: die Marktkirche zum Heiligen Geist in Clausthal ist einer der größten Holzkirchen der Welt und war als Gotteshaus mit einzigartigem Architektur historischen Wert gut 100 Jahre lang Vorbild für zahlreiche Kirchenneubauten in Norddeutschland. Kirchenbüro an der Marktkirche 3,38 678 Clausthal Zellerfeld, Telefon 05323/7005, die St.-Salvatoris Kirche in Zellerfeld (Nähe Bergwerksmuseum) beherbergt einen Altar des Künstlers Werner Tübke. Der Leipziger Maler vor endete die Bilder des Altars bis Ende 1996. Seitdem beeindrucken sie die Besucher der Kirche St. Salvatoris Kirche, Donald Str. 4,38 678 Clausthal Zellerfeld, Telefon 05323/81834 täglich 15 bis 17:00 Uhr. An jedem letzten Donnerstag im Monat von Mai bis Oktober 19 bis 20:00 Uhr Orgelmusik.




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