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Harzidyll

Die Teufelsmauer bei Weddersleben

eine kleine Geschichte

 

Nachdem Karl der Große die Sachsen zum Christentum geklärt hatte, entstanden überall im Lande Klöster und Kirchen, und die heidnischen Opferstätten verödeten zusehends. Viele von ihnen zerfielen, weil sie nicht mehr gebraucht wurde, doch manche wurden gar mutwillig zerstört, was dem Teufel natürlich maßlos ärgerte. Er saß auf dem Blocksberg und beobachtete mit Unruhe, wie auch im Harz immer mehr Kirchen errichtet wurden. Schließlich wurde es ihm zu viel, und er beschloss, den Harz zu seinem eigenen Reich zu machen -ganz ohne Kirchen und Klöster.

 

Rings ums Harz Gebirge wollte er eine riesige Mauer errichten, sein steinernes Bollwerk gegen die Christenheit sollte bis in den Himmel reichen. In einer mondlosen Nacht machte sich der Teufel also an die Arbeit. Er schleppte riesige Steinquader und Felsblöcke heran. Seine Mauer Stück um Stück, und der Teufel war sich sicher, dass er sein Werk in dieser Nacht voll enden könnte. Denn bis zum Tagesanbruch musste er sein teuflisches Treiben beendet haben. Im Morgengrauen aber wanderte einer Bauersfrau von Thale herkommen dort entlang, wo der Teufel noch immer mit dem Bau seiner Mauer beschäftigt war. Die junge Bäuerin hatte Waren für den Markt in Quedlinburg bei sich, in ihrem Korb saß ein Hahn und zwei Hennen als die Frau nun die mächtige Felsmauer bemerkte, erschrak sie so heftig, dass sie ohnmächtig zu Boden sank. Dabei fiel ihr der Korb aus der Hand, Hahn und Hennen stoben verwirrt auseinander, und der Hahn begann, vor Aufregung laut zu Krähen. Als der Teufel das hörte, fuhr er wütend auf, denn er glaubte, der erste Hahnenschrei hätte den neuen Tag bereits verkündet. Die Mauer war jedoch nicht vollendet. Zornig schleuderte der Teufel einen riesigen Gesteinsbrocken, den er gerade herbeigeschafft hatte, gegen sein eigenes Bollwerk und machte sich mit Donner, Rauch und Schwefelgestank von dannen. Die Mauer aber blieb somit unvollendet.

 

Urzeitliche Naturgewalten

 

Bereits 1833 wurde die Teufelsmauer bei Weddersleben als Gegenstand der Volkssage und als seltene Natur Sehenswürdigkeiten vom Quedlinburg Landrat unter Schutz gestellt. Die bizarren Felsformationen haben seit jeher Dichter und Maler fasziniert und inspiriert. Entstanden ist die Teufelsmauer vor etwa 100 Millionen Jahren aus Meeresablagerungen -bei der Verwitterung durch Kieselsäure erhärtetem Sandstein. Als in Tertiär die Eisscholle, die auf dem Harz liegt, noch einmal angehoben wurde, wurde tief waagerecht lagernde Sedimentschichten so heraus geschoben, dass manche senkrecht stehen blieben. Auf mehr als 30 km erstreckt sich das geologische Naturdenkmal zwischen Blankenburg und Thale. Am sagenhafttesten aber ist wohl der Abschnitt zwischen Weddersleben und Neinstedt, wo die Teufelsmauer als schmale Felswand mitten in der Landschaft steht.

 

Ausflugstipp: Auf den Spuren des Teufels

 

Nirgendwosonst ragt die Teufelsmauer so imposant aus der vor Harzlandschaft heraus wie im Abschnitt zwischen Neinstedt und Weddersleben. Von unserem Ausgangsort Neinstedt kommend sieht man sie zuerst allerdings nicht, weil der bewaldete Hügel die schmale Steinwand verdeckt.

 

Hat man das Bodewehr überquert, führt der Weg über gut 250 m durch ein Wäldchen, bevor rechts ein schmaler sandiger Pfad zur Teufelsmauer hinaufgeht. Hier beginnt auch die Beschilderung des Teufels Mauer-Rundwegs. Der Pfad, für Kinderwagen eher ungeeignet, führt etwa 100 m bergan an, bis das Grün den Blick auf die Gesteinsformation preisgibt. Von den verschiedenen Plattformen hat man einen schönen Ausblick auf den Ort Weddersleben, auf den weiten Verlauf der Teufelsmauer und linker Hand auf die Alte Mühle von Warnstedt. Der schmale Weg führt auf dem Höhenzug immer entlang der Felsformationen und über Holzstufen wieder hinab auf einem Feldweg. Jeder Schritt bietet neue Aussichten und Anblicke.

 

Anfahrt: mit dem Auto auf der B6n Blankenburg, von dort über die L 92 weiter Richtung Thale/Quedlinburg bis Neinstedt, von Quedlinburg über die L 92 nach Neinstedt, in Neinstedt Richtung Weddersleben, nach dem Ortsausgang Neinstedt über die Bode, dahinter links Parkplatz Teufelsmauer.

Hotel Pension Harzidyll
Bodestraße 4
38700 Braunlage
Tel.: 05520/804668
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