Wernigerode
Die bunte Stadt am Harz ist Anziehungspunkt für alle Harz Reisenden. Wernigerode liegt am Nordrand des Harzes am Zusammenfluss der Holtemme und des Zillierbaches und erstreckt sich in zwei Tälern in den Harz hinein. Anfang des letzten Jahrhunderts begann die Entwicklung zum Kur-und Erholungsort und Wernigerode wurde Anziehungspunkt für Besucher aus dem Inn-und Ausland. Wernigerode, 1121 erstmals urkundlich erwähnt, ist bekannt für seine wunderschöne Altstadt mit vielen historischen Fachwerkbauten und einem über 700 Jahre alten Rathaus.
Den Beinamen bunte Stadt am Harz hat Wernigerode dem Dichter Hermann Löns zu verdanken. Das Bild der Altstadt mit vielen meist sehr aufwändig restaurierten Fachwerkhäusern gibt dem Dichter auch heute noch Recht. Neben der wunderschönen Altstadt ist das Schloss Wernigerode mit seinen eindrucksvollen Türmen und Erkern ein weiteres Schmuckstück.
In Wernigerode liegt die Breite Straße mit ihren kleinen Geschäften zum flanieren ein. Restaurants und gemütliche Cafés verwöhnen Einheimische und Gäste mit regionalen und überregionalen Spezialitäten.
Besucher, die vom Harzvorland kommend sich der Stadt nähern, erblicken schon aus der Ferne das sich majestätisch über der Stadt erhebende repräsentative Schloss Wernigerode, dessen Ursprünge auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Das Schloss war jahrhundertelang bis die Zeit der Weimarer Republik hinein Wohnsitz der Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Sein anmutiges Äußeres- es wird gerne mit einem Märchenschloss verglichen- erhielt das Schloss aber erst im 19. Jahrhundert. Nach diesem großen Umbau wurde das Schloss zu einem einzigartigen historischen Gesamtkunstwerk. Das Schloss ist seit vielen Jahrzehnten ein Museum in dem sich alljährlich circa 250.000 Besucher über die 800 jährige Geschichte der Wernigerode Grafen und Fürsten informieren. Regelmäßige, hochwertige Sonderausstellungen zur Kunst-und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts finden im Frühlingsbau des Schlosses statt. Im Innenhof finden im Sommer sehenswerte klassische Konzerte, Filmvorführungen sowie Opernaufführungen statt. In der wunderschönen Schlosskirche können Verliebte den Bund fürs Leben schließen.
Das Schloss Wernigerode war ursprünglich eine mittelalterliche Burg, die den Weg der deutschen Kaiser des Mittelalters auf ihren Jagdausflügen in den Harz sichern sollte. Eine erste Buganlage wurde im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts über der Stadt Wernigerode errichtet. Diese Anlage hat im Laufe ihrer Geschichte verschiedene durchgreifende Änderungen miterlebt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gab es einen starken Ausbau im Stil der Spätgotik, wovon noch zwei vorhandener Vorhangbogenfenster im Schlossinnenhof Zeugnis ablegen.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Burg zu einer Renaissancefestung umgebaut, heute noch im Renaissance- Treppenturm sichtbar. Im dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet, begann Graf Ernst zu Stolberg-Wernigerode im späten 10. Jahrhundert mit dem barocken Umbau der Burgreste zu einem romantischen Residenzschloss in Form einer Rundburg.
Der kometenhafte politische Aufstieg des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode, der ab 1867 zum ersten Ober Präsidenten der deutschen Provinz Hannover ernannt wurde, später zum deutschen Botschafter in Wien und schließlich zum Stellvertreter Bismarcks als Vizekanzler des Deutschen Reiches und stellvertretenden preußischen Ministerpräsidenten werden ließ, ist der Grund für den großen historischen Umbau, der ab 1862-1885 vorgenommen wurde.
Das Schloss wurde dadurch zu einem Leitbau des norddeutschen Historismus. Der Architekt Karl Frühling schuf in diesem Stil ein beeindruckendes Schlossensemble von großer Fernwirkung und im innern von immensen Detailreichtum. Das künstlerische Prinzip des Umbaus äußert sich in der Innen-wie Außen- Architektur. Bei Umrundung des Körpers bietet sich alle 45° eine neue Außensilhouette dar. Das Schloss ist mitsamt den drei zugehörigen Garten-und Parkanlagen (Lustgarten, Tiergarten, Terrassengärten) seit 1999 national wertvolles Kulturdenkmal und Bestandteil des sachsen-anhaltinischen Landesprojektes Gartenträume. Seit 19:30 Uhr ist das Schloss in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich.
Im innern sind fast 50 Zimmer in zwei Rundgängen zu besichtigen. Seit 1998 entwickelt sich das Schloss zum ersten Deutschen Zentrum für Kunst und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts, den Zeitraum von 1803-1918 betreffend.
Bei der Besichtigung der Stadt bietet der mittelalterliche Stadtkern neben dem Wernigeröder Rathaus, einen kunstvollen spätgotischen Fachwerkbau, unter anderem sehr schöne typische Harzer Fachwerkbauten. Beim Besuch des" kleinsten Hauses ", des "schiefen Hauses "oder einer der vielen anderen Bauten vergangene Zeiten spürt man in den romantischen, kleinen Gassen regelrecht den Hauch des mittelalterlichen Flairs.
Das" Schäferhaus" ursprünglich eine Mühle und wurde vom daneben fließenden Mühlengraben so lange einseitig unterspült ist das Fundament auf festem Boden aufkam und das Haus die heutige Lage erhielt. Viele Sehenswürdigkeiten befinden sich am Marktplatz oder seiner unmittelbaren Umgebung, so zum Beispiel der eindrucksvoller Bau des restaurierten" Gothischen Hauses", in welchem sich ein Hotel befindet.
Davor steht der Eiserner Wohltäterbrunnen welcher an Persönlichkeiten erinnern soll, die sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Auch abseits des Marktplatzes gibt es noch so manches sehenswerte Bauwerk, wie zum Beispiel in der Breitenstraße das mit einer Fassade ganz aus Holz verzierte Krumelsche Haus. Im Westen der Altstadt steht in gut alten Atom der ehemaligen Stadtmauer-der Westerntor Turm.
Zu einem Besuch liegt das Harz Museum in den Wernigerode ein. Es ist in einem klassischen Fachwerkhaus von 1821 untergebracht. Die Ausstellung ist in den naturkundlichen und in einem stadtgeschichtlichen Bereich gegliedert.
Das Feuerwehrmuseum, in einem alten Feuerwehr Gerätehaus gelegen, zeigt Feuerwehrgeräte und Spritzen vom Anfang des Jahrhunderts bis zur heutigen Zeit. Die Einrichtung öffnet zweimal wöchentlich für Besucher.
Das Museum für Luftfahrt und Technik bietet mit über 25 Exponaten, wie Flugzeugen und Hubschraubern, tollen Modellen und Hintergrundinformationen eine interessante Ausstellung über das fliegen. Die Porzellanmanufaktur Hütter Porzellan ist die kleinste Porzellanmanufaktur Europas und entzückt immer wieder durch die Unikate der Porzellankunst.
Bei schönem Wetter kann man die Uhr und die romantische Weite des Lustgartens genießen und der Hektik des Alltags entfliehen. Die Wernigeröder Schlossgärten sind Teil eines Projektes" Gartenträume- historische Parks in Sachsen-Anhalt". Der Tiergarten am Fuße des Schlosses erstreckt sich entlang des Agnesberges in östlicher Richtung. Seltene Bäume wie die Esskastanie, Libanonzeder und die orientalische Fichte sowie alte Alleen aus Linden, mit Namen der gräflichen Familie versehene Wege und viele Gedenksteine charakterisieren die Anlage als sentimentalen Landschaftspark. Ausblicke auf den Harz, ins Harzvorland und auf das Schloss erhöhen die Attraktivität des Geländes. Der Wildpark Christianental, beliebt und begehrt bei den kleinen, zeigt viele heimische Tiere und botanischen Besonderheiten.
Die Stadt Wernigerode verfügt über eine vielfältige Landschaft an unterschiedlichsten Sport-und Freizeitanlagen. Zur sportlichen Betätigung, Spaß und Erholung liegt die Schwimmhalle Wernigerode ein. Das beliebte Freibad Waldhofbad ist mitten in der Innenstadt gelegen und hat von Mai bis September für seine Besucher zum Schwimmen oder entspannt auf der großen Liegewiese geöffnet.
Wernigerode ist auch im Winter ein Erlebnis. Hierzu trägt unter anderem auch die Ski Sprunganlage im Zwölf Morgen Tal bei. Außerdem erhalten Skilangläufer bei entsprechender Witterung die Möglichkeit, auf gespurten Loipen von Wernigerode bis in den Hochharz auf Skiern unterwegs zu sein. Die Schanzenanlage im Zwölf Morgental ist eine der modernsten Mattenschanzen in der Bundesrepublik. Außerdem beginnt im Zwölf Morgental der Skilift. Bei winterlicher Witterung bietet er allen Abfahrern beste Voraussetzungen.
In Wernigerode befindet sich auch einer der Anfangsbahnhöfe Harzquerbahn. Die Stadt ist damit auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den Harz. So gelangt man zum Beispiel von hier aus in weniger als 2 h auf dem Gipfel des Brockens.
Vom Hotel Harzidyll Braunlage erreichen Sie Wernigerode in 25 km mit dem Auto oder dem Bus.